Lippeeindeichung als Folge des Kohleabbaus

Als Folge der Bergbautätigkeiten des Bergwerkes Auguste Viktoria ist es im Laufe der Jahre im Abbaubereich zu erheblichen Bergsenkungen gekommen.
Um das Lippewasser weiterhin aus der Senke abzuleiten, musste/muss die Sohle des Lippebettes entsprechend angehoben werden.
Um das "Überlaufen" des angehobenen Gewässers in die tieferliegende Senke zu verhindern, muss die Lippe dauerhaft eingedeicht werden, um das entstandene Polderland vor Überschwemmungen zu schützen.

Der bestehende Deich ist im Verlauf der Jahre mehrmals erhöht worden. Aufgrund neuerlicher Untersuchungen wurde gutachterlich festgestellt, dass das hauptsächlich verwendete Deichbaumaterial "Waschberge" nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und damit keine ausreichende Standsicherheit des Deichbauwerkes gewährleistet werden kann. Aus diesem Grunde hat die Landesregierung NRW festgelegt, dass der bestehende Deich ersetzt werden muss durch einen neuen, dem Stand der Technik entsprechendem Deichdesign. 

Grobe Planungen gehen davon aus, dass das Genehmigungsverfahren bis 2013 abgeschlossen sein wird und dass danach mit dem Bau des neuen Deiches begonnen werden kann. Die Dauer der Deichbaumaßnahme wird voraussichtlich rd. 8 Jahre betragen. 
Laut Presseberichten wird bezweifelt, dass der Baubeginn tatsächlich im Jahre 2013 erfolgen wird.

Offensichtlich hat es 2010 beim Monitoring der RAG im Zusammenhang mit der Festlegung der Höhenkoten des Deiches Differenzen mit der Bezirksregierung Münster gegeben, die die Bezirksregierung veranlaßt haben, eigene Messungen durchzuführen. Nach Vorlage der Messergebnisse hat der Regierungspräsident die Maße zum Anlass genommen, zu konstatieren, dass der nördliche Westdeich bei Hochwasser zu niedrig ist und den Zustand mit "Gefahr im Verzug" beschrieben. Daraufhin musste der Deich an dieser Stelle auf einer Länge von ca. 400 m in einer Hauruckaktion erneuert werden. Dieses Deichstück sollte bis zum 31.12.2010 fertiggestellt sein. Aufgrund widriger Wetterbedingungen wurde das Bauvorhaben mit geringfügiger Verzögerung verwirklicht. 

Der Deich zeigt an einigen Stellen "Auflösungserscheinungen" dergestalt, dass dort Schwellwasser durchtritt. Hier besteht die latente Gefahr, dass sich unter bestimmten Bedingungen grössere Wasserdurchtritte bilden, die im Extremfall zum partiellen Versagen des Deiches führen können. An diesen Stellen wurde durch Aufschütten von Materialmassen an den Aussenflanken des Deiches Gegendruck aufgebaut, um die Wasserleckagen zu bekämpfen.                 
Im Bereich der Pumpstation Meinken soll/muss noch im Jahr 2011 eine grössere Abdichtmaßnahme in ähnlicher Form durchgeführt werden.

Über die Notwendigkeit der Lippeeindeichung besteht keinerlei Zweifel, wenn man bedenkt, dass bei einem Kollaps des Deichbauwerkes das gesamte Polderland/Hinterland bis zur Dorfmitte unter Wasser stehen würde. Um das Ausmaß einer solchen Katastrophe zu verdeutlichen, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass im Bereich der tiefsten Stelle in der Mersch z. B. das Haus  ........... total unter Wasser stehen würde und dort selbst der Dachfirst noch mehr als einen Meter vom Wasser überdeckt wäre. 
In einem im Vergleich zur Mersch generell weniger gefährdeten Bereich - in der unteren Freiheit - würde z. B. der Keller des Hauses Inselweg ........  noch "mit den Füßen" im Wasser stehen.        

 

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