Geplantes Kohlekraftwerk auf dem Gelände des Chemieparks Marl

Stand 2008:


Um den aktuellen Stand einzusehen, klicken Sie bitte hier:  http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/kohlekraftwerke/

Die Evonik hat der Öffentlichkeit mitgeteilt, auf dem Gelände der Evonik ein Kohle-Kraftwerk zu bauen. Diese Aussage ist bis heute nicht widerrufen worden.

Bis dato gibt es keine weiteren Verlautbarungen. Es kann deshalb angenommen werden, dass die Evonik ihre Entscheidung von dem Verlauf des Weiterbaus des KKW Datteln abhängig macht. 

Die Kenntnis des Begehrens der Evonik, ein Kohlekraftwerk mit einer Feuerungsleistung von 2100 MW auf dem Gelände des Chemieparks am Rande der Lippeauen bauen zu wollen, war einer der Anlässe zur Gründung der Bürgerinitiative BLU.

Aussagen zu den Leistungsdaten des geplanten Kraftwerkes: siehe Untermenü Fakten KKW. 

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BUND-Newsletter v. 18.06.2016:

Liebe Freundinnen und Freunde,
"was nicht passt, wird passend gemacht" - dies schien das Motto der gesamten Neuauflage des Verfahrens um das Trianel Kohlekraftwerk Lünen. Nachdem das Kraftwerk im ersten Genehmigungsanlauf wegen der BUND-Klage krachend vor Gericht gescheitert war, wurde mit Rechentricks und erkennbaren Manipulationen versucht, die Genehmigungsfähigkeit vorzutäuschen. Prompt genehmigte die Bezirksregierung Arnsberg das gleiche Kraftwerk ein zweites Mal. Nach einer beispiellosen Gutachter"schlacht" konstatierte aber das Oberverwaltungsgericht, dass der BUND recht hat: Die Critical Loads in dem FFH-Gebiet 'Cappenberger Wälder' werden deutlich über der Bagatellschwelle überschritten. Nach gängiger Rechtsprechung wären damit zusätzliche Kraftwerkseinträge unzulässig.
Doch wer gedacht hatte - und das waren die meisten Prozessbeobachter - die OVG-Richter würde der BUND-Klage stattgeben, sah sich getäuscht. Urplötzlich zauberte der 8. Senat eine dubiose Sonderfallprüfung hervor, ignorierte selbst die Aussagen der eigenen Gerichts-Gutachter und winkte das Kraftwerk durch.
Merke: Recht haben heißt noch lange nicht Recht bekommen – vor allem dann nicht, wenn es um Milliardenprojekte geht, egal wie umwelt- und klimaschädlich sie sein mögen.
Herzliche Grüße
Dirk Jansen, Geschäftsleiter

Trianel Kohlekraftwerk Lünen bleibt Streitfall
Überraschendes Urteil: Kohlekraftwerk darf vorerst weiterlaufen
Nachdem der 8. Senat des Oberverwaltungsgerichts Münster gestern die Klage des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen das Trianel Kohlekraftwerk Lünen abgewiesen hat, kündigte der Umweltverband eine sorgsame Prüfung der Urteilsbegründung an. „Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig“, sagte der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Thomas Krämerkämper. „Das Kraftwerk schädigt im Zusammenwirken mit weiteren neuen Anlagen das schon vorgeschädigte Schutzgebiet der Cappenberger Wälder erheblich.“ Zudem sei noch eine weitere BUND-Klage gegen die wasserrechtliche Genehmigung für das Kraftwerk anhängig.
Das für viele Prozessbeobachter überraschende Urteil ist für den BUND nicht nachvollziehbar. Nach monatelanger aufwändiger Beweisführung der massiven Rechenfehler in den Trianel-Gutachten hatte das Gericht die Position des BUND anerkannt, dass die zusätzliche Schadstoffbelastung des FFH-Gebiets Cappenberger Wälder deutlich über der Erheblichkeitsschwelle liegt. Nach den Bewertungsmaßstäben des Gerichts wäre damit die Zusatzbelastung durch das Kohlekraftwerk unzulässig gewesen. Anstatt aber der BUND-Klage stattzugeben, wurde eine Sonderfallregelung konstruiert. Angeblich liege in den Cappenberger Wäldern die nicht berücksichtigte Ausnahme-Situation vor, dass wegen der besonderen Beschaffenheit der Böden und der hydrologischen Verhältnisse die übermäßige Schadstoffbelastung nicht zu einer Beeinträchtigung des Schutzgebiets führe. „Dabei sind eben diese Verhältnisse in die genauen Berechnungen eingegangen und durch die vom Gericht bestellten Gutachter bestätigt worden“, so Krämerkämper. „Die Begründung des Gerichts ist schon sehr verblüffend.“
Trotz der Klageabweisung bezeichnete der BUND-Mann es als „wichtigen Teilerfolg“, dass das Gericht in anderen wesentlichen Punkten die künftigen Maßstäbe für immissionsschutzrechtliche Genehmigungen entlang der Kritik des BUND festgelegt habe. Sowohl die Anforderungen an die Plausibilität der Gutachten der Vorhabensträger seien verschärft worden, als auch die Methoden zur Berechnung und Summationsbetrachtung verschiedener Schadstoffquellen. Diese Verbesserungen gingen aber ins Leere, wenn am Ende jede wissenschaftliche und systematische Bewertung durch Sonderfallregelungen ausgehebelt werden kann. Es ist für den BUND nicht erkennbar, welche Einschränkungen das Gericht für solche Sonderfallregelungen ansetzt bzw. ob es überhaupt Grenzen setzt. Im vorliegenden Fall hatte sogar der vom Gericht bestellte Fachgutachter die Anwendbarkeit von Sonderfallregelungen verneint. „Durch diese Urteilsbegründung hat der Senat die Rechtsunsicherheit erhöht“, so Krämerkämper.
Als „Totalausfall“ bezeichnete der BUND die Rolle der Bezirksregierung Arnsberg. Obwohl die Genehmigungsbehörde beklagte Partei ist, habe sie das Feld allein Trianel als Beigeladener überlassen. Das lasse massive Zweifel aufkommen, ob die erforderliche kritische Distanz von staatlicher Behörde und Vorhabensträger existiere. Auch andere Landesbehörden hatten sich selbst dann noch äußerst unkritisch gegenüber dem Vorhaben gezeigt, als die erheblichen Fehler der Gutachten herausgearbeitet waren.
Der BUND kündigte an, jetzt die schriftliche Urteilsbegründung abwarten zu wollen. Dann werde über eine mögliche Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision entschieden.
Mehr Infos zum Kohlekraftwerk Lünen unter:

http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/kohlekraftwerke/kraftwerksplanungen_nrw/luenen_trianel/

 

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07.05.2012:
Ambitionierter Klimaschutz im Land auf der Kippe

Nordrhein-Westfalen, das Bundesland mit den weitaus höchsten CO2-Emissionen, könnte nach der Landtagswahl am 13. Mai einen kräftigen Schwenk hin zum „Klimaschutz light“ erleben. Das lässt sich aus den Antwortschreiben der Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten aller Parteien mit Chancen auf (Wieder-)Einzug in den Düsseldorfer Landtag schließen, die diese jetzt an die DUH, die Landesverbände von BUND und NABU, Germanwatch und das Kampagnen-Netzwerk Campact schickten. Die Nichtregierungsorganisationen hatten die Wahlkämpfer insbesondere nach der Zukunft des von der bisherigen rot-grünen Minderheitsregierung eingebrachten „Klimaschutzgesetz NRW“ und nach dem gerichtlich gestoppten E.ON-Kohlekraftwerk Datteln IV gefragt.
mehr unter:

http://www.bund-nrw.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/nrw-wahlkaempfer-antworten-umweltverbaenden-ambitionierter-klimaschutz-im-land-auf-der-kippe/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=3371&cHash=6085a013c5cb2cca90c321994f7a3c20

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07.05.2012:
Neue Kampagne: „Umweltschutz made in Lünen“

Die Bürgerinitiative – Kontra Kohle-Kraftwerk e. V. und der BUND haben heute ihre gemeinsame Kampagne „Umweltschutz made in Lünen“ vorgestellt. Mit Großflächenplakaten und einem gemeinsamen Internet-Auftritt werben die Kohlekraftwerksgegner für den Schutz der Lüner Umwelt. Ziel ist es, die Lüner Bevölkerung zum Nachdenken anzuregen: Das Festhalten an überflüssigen und schädlichen Kohlekraftwerksprojekten dient nicht dem Allgemeinwohl. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen müsse endlich einen höheren Stellenwert erhalten.

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